Schornsteinfegermeister Bayer
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Anforderungen an Feuerstätten

 

In Deutschland gibt es ein einheitliches und geordnetes Zulassungsverfahren für einige Festbrennstoff-Feuerstätten, die in der Bauregelliste des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) beschrieben werden. Rechtsgrundlage für die Bauregelliste sind die Landesbauordnungen auf Basis des Bauproduktengesetzes. Mit dem Bauproduktengesetz wurde die europäische Bauproduktenrichtlinie in nationales Recht umgesetzt.

Die Bauregelliste enthält eine große Anzahl gebräuchlicher Bauprodukte, zu denen Einzelraumfeuerstätten für Festbrennstoffe gehören.

Für das jeweilge Produkt wird festgelegt:

 der Verwendbarkeitsnachweis

 der Übereinstimmungsnachweis

Während der Bund für das "Inverkehrbringen" von Bauprodukten zuständig ist, obliegen Festlegungen für die Verwendbarkeit den Ländern.

Es gibt für Feuerstätten für Festbrennstoffe aktuell drei Verfahren hinsichtlich des Verwendbarkeits- und Übereinstimmungsnachweises:

a)
Verwendbarkeitsnachweis basierend auf dem
CE-Zeichen

Feuerungsanlagen bestehen aus Bauprodukten. In der Regel dürfen nur Bauprodukte verwendet werden, die das nationale Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen) oder die europäische CE-Kennzeichnung (Zeichen der Europäischen Gemeinschaft) als Verwendbarkeitsnachweis tragen.
Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller die Konformität des Produktes mit allen zutreffenden EG-Richtlinien (für Feuerstätten Bauproduktenrichtlinie, ggf. Maschinenrichtlinie, ggf. EMV-Richtlinie, ggf. Niederspannungsrichtlinie, ggf. Druckgeräterichtlinie).

Die CE-Kennzeichnung befindet sich in der Regel auf dem Typenschild.

Die CE-Kennzeichnung muss mindestens folgende Daten enthalten:

Der Hersteller oder sein im EWR ansässiger Bevollmächtigter ist für das Anbringen der CE-Kennzeichnung verantwortlich.
Das CE-Kennzeichen muss der Richtlinie 93/68/EWG entsprechen und auf dem Ölheizofen aufgebracht sein (oder, wenn das nicht möglich ist, dann auf einem Aufkleber oder in den kommerziellen Begleitpapieren enthalten sein, z. B. Lieferschein).

Neben dem CE-Symbol müssen folgende Informationen und Angaben angegeben werden:

Name und Anschrift des Herstellers;

die letzten beiden Ziffern des Jahres der CE-Kennzeichnung;

Nummer der Norm (z.B. EN 13240)

Produktname und -typ

empfohlene(r) Brennstoff(e)

Abstände zu brennbaren Gegenständen

Emission von Abgasbestandteilen (CO)

Abgastemperatur

Nennwärmeleistung

Wirkungsgrad

Zusätzlich sollte z.B. nach DIN EN 13240 oder DIN EN 13229 auf dem "Geräteschild" der Feuerstätte folfende Angaben gegeben werden:

die Raumwärmeleistung in kW oder W;

der Nennwärmeleistung (oder mit einem Bereich von Wärmeleistungen in Abhängigkeit von den Brennstoffen je nach Anwendbarkeit) in kW, von ... (der kleinsten) kW bis ... (zur höchsten) kW oder W;

die gemessene CO-Konzentration bei 13 % O2-Gehaltdie ermittelte ermittelte Energieeffizienz (Wirkunsgrad) in %

der maximal zulässige Wasserbetriebsdruck in bar (falls zutreffend);

die Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen in mm (falls zutreffend);

der Hinweis, ob die Mehrfachbelegung des Schornsteins zulässig ist;

der Hinweis: Lesen und befolgen Sie die Bedienungsanleitung;

der Hinweis: ausschließlich empfohlene Brennstoffe verwenden;

der Hinweis, ob die Feuerstätte für Zeit- oder Dauerbrand geeignet ist.

Beispiel einer CE-Kennzeichnung für einen Kamineinsatz DIN EN 13229 mit wasserführenden Bauteilen:


Die Kennzeichnung muss dauerhaft und lesbar an einer einsehbaren Stelle, die auch im eingebauten Zustand der Feuerstätte noch erkennbar ist, angebracht werden.

b) Verwendbarkeitsnachweis durch das Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen)

Ü-Zeichen

Maßgeblich für die generelle Verwendbarkeit von Bauprodukten wie Feuerstätten sind in Deutschland die Landesbauordnungen und die Feuerungsverordnungen der Länder. Damit die darin festgelegten Regeln zwischen den Bundesländern möglichst wenig abweichen, wurde eine so genannte „Musterbauordnung“ (MBO) erlassen. Darin sind die für alle Bundesländer angestrebten Standards festgelegt, bevor sie in Länderverordnungen umgesetzt werden.

Ü-Zeichen  von Feuerstätten

Feuerungsanlagen bestehen aus Bauprodukten. In der Regel dürfen nur Bauprodukte verwendet werden, die das nationale Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen) oder die europäische CE-Kennzeichnung (Zeichen der Europäischen Gemeinschaft) als Verwendbarkeitsnachweis tragen.

Bei vor Ort errichteten Anlagen (z. B. Kachelgrundofen) benötigen nur die verwendeten Baustoffe und Bauteile eine Ü- bzw. CE-Kennzeichnung, nicht die fertige Anlage.

Bauprodukte, die nicht nach der Bauproduktenrichtlinie, sondern nach anderen europäischen Richtlinien mit dem CE-Kennzeichen versehen worden sind, benötigen unter Umständen nach Bauregelliste B Teil 2 zusätzlich ein Ü-Zeichen. Sog. „sonstige Bauprodukte“, die allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen, die nicht in der Bauregellist A aufgeführt sind, benötigen keinen Verwendbarkeitsnachweis.

 

Beispiel eines Ü-Zeichens auf Basis eines Allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses der Prüfstelle für Feuerstätten des TÜV SÜD:

 

 c) Zustimmung im Einzelfall

Nur die Verwendbarkeitsnachweise basierend auf dem CE-Kennzeichen gelten innerhalb der gesamten EG. In einzelnen Länder bestehen aber weitreichendere Anforderungen z.B. an den Umweltschutz.

zu a) Um ein CE-Zeichen führen zu können, müssen die Hersteller die Feuerungsanlage bei einem anerkannten Prüfinstitut (z.B.
Feuerstättenprüfstelle TÜV SÜD) nach einer von allen EG-Mitgliedstaaten anerkannten harmonisierten Norm wie DIN EN 12815, DIN EN 13229, DIN EN 13240, DIN EN 15250, DIN EN 12809 oder bald DIN EN 14785 prüfen lassen. Diese Prüfung nach der Produktnorm ergibt den Nachweis der Einhaltung wichtiger sicherheitstechnischer und funktionaler Anforderungen. Für den Nachweis der Einhaltung an Emissionen und Wirkungsgrad so wie der Verwendung sind in einigen Länder weitreichendere Anforderungen u.a. an den Umweltschutz nachzuweisen.

Nur Feuerungsanlagen, die diese Prüfung erfolgreich abgeschlossen haben und für die der Nachweis der Einhaltung weiterer Anforderungen geführt worden ist, die die Prüfstellen nicht zwingend prüfen müssen (z.B. Fertigungskontrollen, technische Dokumentation,..) dürfen im Rahmen des Konformitätsnachweisverfahrens mit der Erstellung einer Konformitätserklärung das CE-Zeichen führen. Das CE-Zeichen ist auf dem Typenschild der Feuerungsanlage anzubringen, das die jeweilige Prüfnorm und weitere Angaben zu Vertreiber, Emissionen, Wirkungsgrad, zulässige Brennstoffe, Abgaswerteripel, Abstand zu brennbaren Baustoffen nennen muss. Betreiber einer Feuerungsanlage mit diesem CE-Zeichen können von der Richtigkeit der Angaben ausgehen.

zu b) Feuerungsanlagen, für die keine europäisch harmonisierten Norm vorliegen, die wesentlich von einer Produktnorm abweichen, oder für die keine technische Norm vorliegt, werden an einem nationalen Institut (in Deutschland dem DIBt) auf die Einhaltung der Sicherheitsaspekte hin geprüft. Der erfolgreiche Nachweis erfolgt durch eine Zulassung, deren Nummer auf dem Typenschild (
Ü-Zeichen) vom Hersteller anzugeben ist (Allgemeine bau auf sichtliche Zulassung).

Es muss entweder eine CE-Kennzeichnung oder ein nationales Übereinstimmungszeichen auf dem Typenschild vorhanden sein. Beides zusammen ist nicht zulässig, da sie einander aufgrund rechtlicher Zuständigkeiten ausschließen.

Verkauft ein Hersteller Feuerungsanlagen mit CE-Zeichen bzw. Übereinstimmungszeichen, ohne die entsprechende Prüfung bestanden zu haben, oder ohne eine nationale Zulassung erhalten zu haben, macht er sich strafbar. Der Schornsteinfeger/in achtet bei der Abnahme der Feuerungsanlage auf das Vorhandensein eines CE-Zeichens oder einer Zulassungsnummer.

 

Typenprüfung für jede Feuerstätte

 

Jede häusliche Feuerstätte, die in Deutschland in Verkehr gebracht wird, ist seit jeher einer so genannten Typenprüfung zu unterziehen. Hierbei wird die Einhaltung der relevanten DIN- bzw. DIN EN-Normen überprüft und es werden zum Teil auch die Emissionswerte gemessen. Damit liegt für viele Geräte bereits ein neutraler Nachweis der Emissions- und Staubwerte vor.
Die Geräteprüfung erfolgt herstellerneutral in einer der sieben unabhängigen und staatlich benannten deutschen wie z.B. der Feuerstättenprüfstelle TÜV SÜD oder in einer der anderen nationalen oder europäischen Prüfstellen für Feuerstätten.

Neben der obligatorischen Typenprüfung führen die Prüfstellen auf Antrag auch weitere Messungen durch und erteilen hierüber auch entsprechende Zertifikate. Bedeutsam ist dies insbesondere für die Betriebserlaubnis für Festbrennstofffeuerstätten in bestimmten Kommunen.

Folgende Emissionsschutzgrenzwerte und Mindestwirkungsgrade müssen für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe (Anforderungen bei der Typprüfung der Feuerstätte) gemäß BImSchV eingehalten werden:

Siehe BImSchV!

Sonstige Einzelraumfeuerungsanlagen zum Beheizen, die nicht in einer in der Tabelle genannten Feuerstättenart bzw. technischen Regeln einzuordnen sind, müssen die Anforderungen der Raumheizer mit Flachfeuerung (EN 13240) einhalten. Sonstige Einzelraumfeuerungsanlagen zum Kochen/Backen bzw. zum Kochen/Backen und Heizen, die nicht einer in der Tabelle genannten Feuerstättenart bzw. technischen Regeln unterzuordnen sind, müssen die Anforderungen für Herde (EN 12815) einhalten.