Schornsteinfegermeister Bayer
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Holz

 

     Kleine Brennholz- und Heizkunde

 

  1. Geeignete Holzarten für Brennholz.
  2. Was gehört nicht in den Ofen oder Kamin?
  3. Trocknung und Lagerung von Brennholz.
  4. Der Kauf von Brennholz
  5. Wie viel Holz ersetzt Heizöl, Gas oder Kohle?
  6. Heizwert-Tabelle
  7. Wie viel Holz muss ich statt Öl / Gas kaufen?
  8. Wie teuer ist eine Kilowattstunde Brennstoff?
  9. Holz oder Kohle?
  10. Richtiges Heizen
  11. Feinstaub

 


Brennholz- und Heizkunde

1. Geeignete Holzarten für Brennholz

Es sollten nur heimischen Holzarten verheizt werden. Für die Verbrennung im Ofen oder Kamin bis 15 kW Brennleistung dürfen nur unbehandelte Hölzer verwendet werden, dies regelt übrigens die 1. Bundes Immissionsschutzverordnung (BImSchV).

Holz ist Biomasse, also ein nachwachsender Brenn- und auch Rohstoff.
Holz wird in zwei Arten unterteilt. Laubholz und Nadelholz.
Hier einige Nadelhölzer: Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche, Eibe etc.
Hier einige Laubhölzer: Obstgehölze, Buche, Eiche, Pappel, Esche, Birke, Robinie, Kastanie etc.
Tropenhölzer sind: Balsa, Ebenholz, Limba, Mahagoni, Palisander, Schlangenholz, Pockholz, Teak etc.

Hölzer aus Tropenwäldern sog. Tropenholz sollte wegen der unkontrollierten Abholzung des Regenwaldes nicht verbrannt oder verarbeitet werden, auch kein Abfall oder Plantagenholz.

Tropenholz welches nachweislich aus kontrollierten genehmigten Plantagen stammt bildet die Ausnahme. Lassen Sie sich dies vom Händler schriftlich bestätigen und achten Sie auf Gütesiegel wie z.B. das vom FSC und Naturland. Auch Hölzer wie Kiefer, Fichte, Lärche können z.B. aus Ländern kommen die keine nachhaltige Forstwirtschaft betreiben. Fragen Sie nach einheimischem oder zertifiziertem Holz/Brennholz z.B. FSC.
 

2. Was gehört nicht in den Ofen oder Kamin?

Holz welches behandelt ist: also lackiert, lasiert, geölt ist gehört nicht in den Ofen. Ebenfalls nicht: verleimte Holz-Platten wie Spanplatten, OSB, MDF, Sperrholz.
 Zu feuchte Hölzer mit einer Holzfeuchte von mehr als 20% gehören nicht hinein. 
Übrigens: Es können auch harzhaltige Hölzer wie Tanne, Kiefer im geschlossenen Ofen verbrannt werden. Bei einem offenen Kamin sollten Sie aber darauf verzichten, weil harzhaltige Hölzer zu Funkenflug neigen.

3. Trocknung und Lagerung von Brennholz.

Brennholz darf eine Holzfeuchte von 20 % nicht überschreiten. Je trockener das Holz ist, desto besser ist der Heizwert. Bei zu feuchtem Holz geht die Energie in Form von heißem Wasserdampf durch den Kamin als Abgas verloren und steht der Raumwärme nicht mehr zur Verfügung. Feuchte Abgase schaden auch dem Kamin (Versottungsgefahr).

Für diejenigen die Ihr Holz selbst schlagen wollen, hier einige grundlegende Hinweise.
Frisch geschlagenes Holz sollte 1 bis 3 Jahre gelagert werden. Hartholz wie Eiche, Buche welches als Rundholz gelagert wird sollte mindestens 3 Jahre an einem luftigen Ort lagern. Weichhölzer wie Fichte, Tanne, etc. können nach vorheriger Spaltung bereits nach einem Jahr trocken genug sein.
 Harthölzer die vor dem Lagern gespalten werden und gut gelagert werden sind im allg. nach zwei Jahren zum verheizen geeignet. Das Spalten des Holzes ist im nassen Zustand leichter als in Trockenem. Außerdem werden die Holzscheite bei luftiger Stapelung eher trocken.

 Die Trocknung erfolgt mit Hilfe von Sonne und Wind. Die Lagerung sollte deshalb an einem Ort erfolgen, der zeitweise von der Sonne beschienen wird, vom Regen geschützt ist und von Wind und Luft durchströmt werden kann. Ein luftiger Schuppen oder ein überdachter Holzstapel am zeitweise sonnigen Ort sind geeignet um eine sehr gute Trocknung zu ermöglichen. 

Natürlich trocknen die Hölzer auch im Schatten. Die Sonne verkürzt aber die Trocknungsdauer. Warum also nicht die Sonnenenergie bei der Holztrocknung nutzen.

4. Der Kauf von Brennholz

 Eine Anmerkung vorab: Wenn Sie das Brennholz nach Gewicht kaufen möchten, dann fragen Sie nach der Holzfeuchte und lassen sich diese im Zweifel auf der Rechnung bestätigen. Wenn nach Kg eingekauft wird, ist trockenes Holz wichtig, sonst kaufen Sie Wasser und dazu noch einen schlechteren Heizwert ein! Es gibt Geräte welche die Feuchte an der Oberfläche messen können. Diese können Sie zwar nicht als Beweis nutzen, aber zum Kontrollieren und um mal Nachzufragen reichen diese aus. Messen Sie die Holzfeuchte im Inneren eines gespaltenen Holzscheites. Die Ränder der Holzscheite sind nach einigen Tagen sonniger Lagerung schon trockener als im Inneren!

Beim Kauf von Brennholz sollten Sie die Begriffe: Raummeter (RM)= Ster, Holzstapel, Schüttraummeter (SRM), Festmeter (FM) kennen ! Wenn Sie Holz zum Heizen Einkaufen möchten, dann hier ein paar Regeln:
1. Die Holzart nachfragen, Weichhölzer (z.B. Fichte) haben zwar einen etwas höheren Heizwert, beim Kauf nach RM oder SRM aber viel weniger Menge als Hartholz (z.B. Buche).
2. Bei Kauf nach Gewicht, die Feuchte bestätigen lassen (kleiner als 20%)
3. Bei Kauf nach RM oder SRM auf die Hohlräume achten.
4. Ist das Holz nur auf Länge gesägt (runde Stämme), zusätzlich auch gespalten und zusätzlich noch zu Scheiten (i.R. 25 cm oder 33 cm)gesägt worden.
5. Lieferkosten anfragen

Ster (Holzstapel) ist eine Bezeichnung für Holz das in ca. 1 m Länge gestapelt (gesetzt) wird.
Das Brenn-Holz kann von Hand oder auch maschinell gestapelt werden. Ein Ster entspricht einem Raummeter (RM), dies ist der umschließende Raum von 1m x 1m x1m. 
Der Raummeter (RM) oder Ster sagt noch nichts über das Gewicht oder die Menge aus! 
Ein Ster hat wegen der ungleichmäßigen Schichtung eine unterschiedliche Menge an Hohlräumen. 
 Die Holzmenge ist also abhängig von der Menge der Hohlräume!
Der Festmeter (auch Kubikmeter genannt) hat keine Hohlräume, (Die Mengenangabe ist für geschlagenes Brennholz nur schwer möglich.)
Ein Schüttraummeter (SRM) hat noch mehr Hohlräume als ein Raummeter wird aber ebenfalls in Raummeter (RM) (1mx1mx1m) abgerechnet.

Ausgehend von einem Raummeter (RM) (1mx1mx1m)Brennholz gilt als Faustregel: 1 Raummeter (RM)= 1 Ster entspricht ca. 0,7 Festmeter (FM), 1 FM = 1 Kubikmeter m

1 Schüttraummeter (SRM) entspricht ca. 0,4 bis 0,5 Festmeter (FM), je nach Länge der gesägten Holzscheite (i.R. 25 cm bis 33 cm. 

Beispiel RM: Hartholz
1 FM Buche Brennholz hat eine Gewicht i.M. von ca. 755 kg/m³. 1 Holzstapel von 1 RM Buche Brennholz entspricht einem Gewicht von ca. 755 kg/m³ x 0,7 = 528 kg.

Beispiel RM: Weichholz
1 FM Fichte Brennholz hat eine Gewicht i.M von ca. 507 kg/m³. 1 Holzstapel von 1RM Fichtenbrennholz entspricht einem Gewicht von ca. 507 kg/m³ x 0,7 = 355 kg.

Beispiel SRM: Hartholz
1 FM Buche Brennholz hat eine Gewicht i.M. von ca. 755 kg/m³. 1 Schüttholzhaufen von 1 SRM Buche Brennholz entspricht einem Gewicht von ca. 755 kg/m³ x 0,5 = 377 kg.

Beispiel SRM: Weichholz
1 FM Fichte Brennholz hat eine Gewicht i.M von ca. 507 kg/m³. 1 Schüttholzhaufen von 1 SRM Fichtenbrennholz entspricht einem Gewicht von ca. 507 kg/m³ x 0,5 = 253 kg.

Das Gewicht wird variieren, die Hohlräume ebenfalls!
Das Gewicht sagt noch nichts über den Heizwert aus!
Ein Raumvolumen von 1mx1mx1m sagt noch nichts über die Menge an Holz aus! 

5. Wie viel Holz ersetzt Heizöl, Gas oder Kohle.(Das Heizäquivalent)


Die Energiepreise dienen nur als Beispiel: setzen Sie bei Ihrer Berechnung die aktuellen Preise ein.
Um das Heizäquivalent zu ermitteln ist der Heizwert wichtig?
(Weiter unten ist alles in Tabelle 2.6 zusammengefasst)
Der Heizwert gibt an wie viel Energie aus einem Rohstoff gewonnen werden kann. Der Heizwert (früher unterer Heizwert) kann in kWh/kg oder kWh/Liter oder MJ/kg angegeben werden. Der Heizwert beinhaltet nur die Energie der Verbrennung des Brennstoffs, nicht aber die Energie der Abwärme durch Wasserdampf (Holzfeuchte) im Rauchgas. Der Brennwert (früher oberer Heizwert) berücksichtigt auch die Energie der Holzfeuchte die mit den Rauch als Abwärme durch den Kamin entweicht.
Die Heizwerte für Holz sind also auch abhängig von der Holzfeuchte.
Je feuchter das Holz desto schlechter der Heizwert.
Ergo je trockener das Holz desto mehr Raumwärme kann erzeugt werden.

Beispiel RM: Öl und Buchenholz
- 1 RM Buche ersetzen ca. 180 Liter Öl 
2,5 kg Buche ersetzt ca. 1 Liter Öl oder 1 m3 Erdgas

Buchenholz hat einen Heizwert von ca. 4,0 kWh/kg (14,4 MJ/kg) 
Berechnung:
1 RM lufttrockenes Holz mit 528 kg Gewicht ergeben eine vergleichbare Heizölmenge von 528 kg x 4,0 kWh/kg = 2112 kWh : 10 kWh = 211 Liter Heizöl.

Beispiel RM: Erdgas und Fichtenholz
- 1 RM Fichte ersetzen ca. 160 m3 Erdgas oder 130 Liter Heizöl
2,2 kg Fichte ersetzt ca. 1 m3 Erdgas 

Fichtenholz hat einen Heizwert von ca. 4,5 kWh/kg (16,2 MJ/kg) , das entspricht einer Erdgasmenge von ca. 160 m3. 
Berechnung:
1 RM lufttrockenes Holz mit 355 kg Gewicht ergeben eine vergleichbare Erdgasmenge von 355 kg x 4,5 kWh/kg = 1597,5 kWh : 10 kWh = 160 m3 Erdgas.

Beispiel SRM: Öl und Buchenholz
- 1 SRM Buche ersetzen ca. 150 Liter Öl 
2,5 kg Buche ersetzt ca. 1 Liter Öl 

Buchenholz hat einen Heizwert von ca. 4,0 kWh/kg (14,4 MJ/kg) , das entspricht einer Heizölmenge von ca. 211 l Öl.
Berechnung:
1 SRM lufttrockenes Holz mit 528 kg Gewicht ergeben eine vergleichbare Heizölmenge von 377 kg x 4,0 kWh/kg = 1508 kWh : 10 kWh = 150 Liter Heizöl.

Beispiel SRM: Erdgas und Fichtenholz
- 1 SRM Fichte ersetzen ca. 113 m3 Erdgas oder 113 Liter Heizöl
2,2 kg Fichte ersetzt ca. 1 m3 Erdgas oder 1 Liter Heizöl

 Fichtenholz hat einen Heizwert von ca. 4,5 kWh/kg (16,2 MJ/kg) , das entspricht einer Erdgasmenge von ca. 160 m3. 
Berechnung:
1 SRM lufttrockenes Holz mit 355 kg Gewicht ergeben eine vergleichbare Erdgasmenge von 253 kg x 4,5 kWh/kg = 1138 kWh : 10 kWh = 113 m3 Erdgas.

Beispiel: Öl und Holzpellet
- 1 Schüttraummeter (SRM) Holzpellets ersetzen ca. 325 Liter Heizöl
2,0 kg Holzpellets ersetzt ca. 1 Liter Heizöl

Holzpellets haben einen Heizwert von ca. 5,0 kWh/kg (18 MJ/kg), das entspricht einer Heizölmenge von ca. 325 l Öl.
Berechnung:
1 SRM Holzpellets (10% Holzfeuchte) mit 650 kg Gewicht ergeben eine vergleichbare Heizölmenge von 650 kg x 5,0 kWh/kg = 3250 kWh : 10 kWh = 325 Liter Heizöl.
Pellet werden nicht gestapelt sonder geschüttet, die Bezeichnung ist ebenfalls Schüttraummeter (SRM) 

Bedenken Sie aber das ein durchschnittlicher Heizkessel einen Wirkungsgrad von ca. 90% hat. Moderne Brennwertkessel haben 105 bis 109%, ein Einzelofen hat einen Wirkungsgrad von ca. 60 bis 70%. Ein offener Kamin zwischen 20 und 40 %

Als Faustregel für die Umrechnung entsprechend dem Wirkungsgrad gilt:

Ihr Stückholzkessel hat einen angenommenen Wirkungsgrad von ca. 90% : Wie teuer wäre Heizöl oder Gas im Vergleich zum angebotenen Holz ?

10 kg Holz kosten 2,69 EUR.
Berechnung:
Heizöl/Gas würde kosten: 10 kg : 2,5 x 0,58 EUR/L = 2,32 EUR

Ihr Einzelofen, hat einen um ca. 20% geringeren Wirkungsgrad als ein Niedertemperaturkessel:
Wie teuer wäre Heizöl oder Gas im Vergleich zum angebotenen Holz ?
10 kg Holz kosten 2,69 EUR.
Berechnung:
 Heizöl/Gas würde kosten: 10 kg : 3 x (Öl/Gaspreis) 0,58 EUR/L = 1,93 EUR 

Ihr offener Kamin, hat einen um ca. 60% geringeren Wirkungsgrad als ein Niedertemperaturkessel:
Wie teuer wäre Heizöl oder Gas im Vergleich zum angebotenen Holz ?
10 kg Holz kosten 2,69 EUR
Berechnung:
Heizöl/Gas würde kosten: 10kG : 4 x (Öl/Gaspreis) 0,58 EUR/L = 1,45 EUR

Ihr Einzelofen, hat einen um ca. 20% geringeren Wirkungsgrad als ein Niedertemperaturkessel:
Wie teuer wäre Heizöl oder Gas im Vergleich zur angebotenen Braunkohle ?
10 kg Braunkohlebriketts kosten 2,99 EUR.
Berechnung:
Heizöl/Gas würde kosten: 10kG : 2 x (Öl/Gaspreis) 0,58 EUR/L = 2,90 EUR

6. Heizwert Tabelle

Heizwerte und Heizäquivalent.
Holzart 
Heizwert
Heizäquivalent Öl
Heizäquivalent Gas

Birke
4,3 kWh / kg
2,3 kg Birke ersetzt ca. 1 Liter Öl
2,3 kg Birke ersetzt ca. 1 m3 Erdgas
Buche
4,0 kWh / kg
2,5 kg Buche ersetzt ca. 1 Liter Öl
2,5 kg Buche ersetzt ca. 1 m3 Erdgas

Eiche
4,2 kWh / kg
2,4 kg Eiche ersetzt ca. 1 Liter Öl
2,4 kg Eiche ersetzt ca. 1 m3 Erdgas

Fichte
4,5 kWh / kg
2,2 kg Fichte ersetzt ca. 1 Liter Öl
2,2 kg Fichte ersetzt ca. 1 m3 Erdgas

Holzpellets
5,0 kWh / kg
2 kg Holzpellets ersetzt ca. 1 Liter Öl
2 kg Holzpellets ersetzt ca. 1 m Erdgas3

zum Vergleich auch Stein- und Braunkohle Steinkohle 
8,3 kWh / kg
1,2 kg Brikett ersetzt ca. 1 Liter Öl
1,2 kg Brikett ersetzt ca. 1 m Erdgas3

Braunkohle
5,3 kWh / kg
2 kg Brikett ersetzt ca. 1 Liter Öl
2 kg Brikett ersetzt ca. 1 m Erdgas3

Der Heizwert von:
1 kg Öl entspricht ca. 11,7 kWh
1 Liter Öl entspricht ca. 10 kWh
1 m3 Erdgas liegt zischen 8,8 kWh und 11,5 kWh. Hier wurde mit 10 kWh gerechnet.
Steinkohle wird mit 5,3 kWh und Braunkohle mit 8,3 kWh angenommen.
Alle Angaben sind Mittelwerte.

7 . Wie viel Holz muss ich für die Beheizung kaufen?

Die Berechnung ist unter Pkt. 2.4 - 2.6 beschrieben. Sie kennen ihren Ölverbrauch in Liter.
Diesen multiplizieren Sie mit dem Heizäquivalent z.B für Buchenholz 2,5 kg, (für Fichte ca. 2,2 kg, Holzpellets ca. 2 kg).

Beispiel Holzpellets: Sie verbrauchen bisher 1800 Liter Öl oder 1800 m3 Gas und möchten die vergleichbare Menge Holzpellets kaufen. Wie viel kaufen Sie?
1800 x 2 kg (Heizäqivalent) = ca. 3600 kg Holzpellets.

Beispiel Buchenholz: Sie möchten mit Holz d
azuheizen. Sie möchten 600 Liter Öl oder 600 m3 Gas durch eine vergleichbare Menge Buchenholz ersetzen. Wieviel kaufen Sie?
600 x 2,5 kg (Heizäqivalent) = ca. 1500 kg. 1500 kg : ca. 528 kg (Holzgewicht) = ca. 2,8 Raummeter Buchenholz.

Beispiel Fichtenholz: Sie möchten mit Holz dazuheizen. Sie möchten 600 Liter Öl oder 600 m3 Gas durch eine vergleichbare Menge Fichtenholz ersetzen. Wie viel kaufen Sie?
600 x 2,2 kg (Heizäqivalent) = ca. 1320 kg. 1320 kg : ca. 355 kg (Holzgewicht) = ca. 3,2 Raummeter Fichtenholz.

Dies ergibt die Holzmenge in Kg die Sie kaufen müssten, wenn Sie genauso wirkungsvoll heizen wie ihre vorhandene automatische Heizungsanlage mit einem Wirkungsgrad von angenommen ca. 90%. 
Eine Beheizung mit einem Ofen hat einen schlechteren Wirkungsgrad von geschätzt 70%.
Sie müssen also ca. 20 % mehr an Holz kaufen um dies auszugleichen.
Wenn Sie eine z.B. modernen handbeschickten Holzvergaser Kessel oder einen Holz-Pellet-Kessel einsetzen, dann können Wirkungsgrade von 88 bis 90% erreicht werden. Dann reicht die berechnete Holzmenge wahrscheinlich aus. Bedenken Sie aber, ein Raummeter Buche ist Schwerer als ein Raummeter Fichte, deshalb kaufen Sie die Menge in Kilogramm bei gleicher Holzfeuchte. Stückholz hat eine Holzfeuchte von ca. 15 bis max. 20%, Holzpelletts haben ca. 10% Holzfeuchte (deshalb haben diese auch einen um 20% höheren Heizwert). Das heißt Sie würden ca. 20% weniger Energie verbrauchen. Mittlerweile gibt es Holz-Pellet-Kessel als Brennwertgeräte ! Diese sind ca. 10% effektiver als herkömmliche (Niedertemperatur)-Pellet-Kessel.

8. Wie teuer ist eine Kilowattstunde Brennstoff?

Beispiel Öl.
1 Liter Öl entspricht ca. 10 kWh.
1 Liter Öl kostet z.B. 0,7 EUR.
1kWh aus Öl kostet: 0,7 EUR : 10 = 0,07 EUR / kWh.

Beispiel Erdgas.
1 m3 Erdgas entspricht ca. 10 kWh.
1 m3 Erdgas kostet z.B. 0,59 EUR (Arbeitspreis).
1kWh aus Erdgas kostet: 0,59 EUR : 10 = 0,059 EUR / kWh.

Beispiel Holzpellets.
1 kg Holzpellets entspricht ca. 5 kWh.
1 kg Holzpellets kosten z.B. 0,18 EUR. (180 EUR / 1000 kg) Holzpellets)
1kWh aus Holzpellets kostet: 0,18 EUR : 5 = 0,036 EUR / kWh.

Beispiel Stückholz.
1 kg Stückholz entspricht ca. 4 kWh.
1 kg Stückholz kosten ca. 0,075 EUR. (40 EUR / 528 kg Buche)
1kWh aus Stückholz kostet: 0,075 EUR : 4 = 0,019 EUR / kWh.

Anmerkung: Die Energiepreise schwanken je nach Marktangebot und Nachfrage sowie Preiskalkulation sehr stark. Die Preise dienen lediglich als Beispiel.

9. Holz oder Kohle ?

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Holz verbrennt CO2 neutral, das heißt, nur das CO2 das im Laufe des Holzwachstums angereichert wurde, wird wieder frei gesetzt. Kohle und auch Öl haben über Jahrmillionen CO2 aus der Luft gebunden. Bei der Verbrennung von Öl, Gas wird die Luft zusätzlich mit CO2 angereichert. CO2das zusätzlich entsteht trägt zur Erderwärmung bei.
Holz wächst hier vor Ort.
Holz macht unabhängig vom Öl- und Gas. Natürlich schafft die heimische Kohle auch ein Stück Unabhängigkeit. Bleibt nur die Frage des Umweltschutzes bezgl. zusätzlicher CO2 Emissionen durch den fossilen Brennstoff Kohle im Vergleich zum nachwachsenden Brennstoff Holz. Wenn es möglich wäre das CO2 bei der Verbrennung zu neutralisieren, währe es durchaus in Ordnung auch heimische Kohle als Energielieferanten zu verwenden. 

10. Richtiges Heizen

Richtiges Heizen schützt die Umwelt und damit auch die Menschen.
Um Schadstoffemissionen und die Beschwerden der Nachbarn möglichst klein zu halten, beachten Sie bitte folgendes:
Nur trockenes Brennholz verwenden.
Verwenden sie möglichst klein gehacktes Holz.
Keine lackierten oder verleimten Hölzer, Plastik oder Müll verheizen.
Verheizen Sie wegen der zusätzlichen CO2 Emmissionen nur wenig oder besser keine fossilen Brennstoffe wie Kohle, Briketts.
Beachten Sie die Bedienungsanleitung des Heizgerätes.
Eine automatisch beschickte Heizanlage arbeitet wirkungsvoller als ein Kamin oder Ofen der von Hand befüllt wird.
Lassen Sie das Holz im Ofen mit guter Flamme verbrennen, rauchen soll das Brenngut nicht. Stellen Sie die Luftzufuhr optimal (besser etwas mehr Luft) ein. Eine gute Verbrennung erkennt daran, dass wenig Asche überbleibt. Hierzu sollte die Luftzufuhr nicht ganz geschlossen werden. Eine optimale Luftversorgung ist erforderlich, um eine möglichst helle und heiße Verbrennung zu erzeugen. Die Sichtscheibe bei gut beheizten Öfen bleibt so einigermaßen sauber. Die restliche Asche kann als Dünger verwendet werden, (aber nur wenn keine Lacke, Müll oder haufenweise Zeitungen verbrannt werden!). 
Wenn Sie eine neue Brennholzanlage erwerben wollen, fragen Sie vorher Ihren Schornsteinfegermeister. Der prüft ihren Schornstein auf Tauglichkeit und berät Sie hinsichtlich des Brandschutzes und Genehmigungsfähigkeit der Anlage ( kann Gebührenpflichtig sein! ). 
Auch wenn das Holz günstig erworben wird, heizen Sie Sparsam. Nur das Holz welches nicht verheizt wurde setzt auch keine Schadstoffe frei!

11. Feinstaub

Wenn Holz verbrennt wird genauso viel CO2 ausgestoßen wie das Holz während seines Wachstums aufgenommen hat, aber leider entsteht bei der Verbrennung auch immer Feinstaub. Der Feinstaub wird heute in der neuen BImSchV geregelt und ist demenstprechend zu beachten!
Gas hat nahezu keine Feinstaubemissionen, Öl im Vergleich zu Holz nur sehr wenig.
Einerseits sind die Hersteller gefragt, entsprechende Filter zu entwickeln.
Andererseits kann der Inhaber eines Holzofens etwas dazu beitragen den Feinstaub zu reduzieren.
Beachten Sie deshalb den Punkt 10. "Richtig Heizen"
Günstiger sind Heizkesselanlagen, z.B. Holz-Pellet-Kessel. Holz-Pellet-Kessel mit dem Gütesiegel: Blauer Engel sind besonders Schadstoffarm.

Wie viel Feinstaub bei der Holzverbrennung ausgestoßen wird führe ich nachstehend auf:

Feuerung
Nennwärmeleistung (kW)
Ausstoß in kg/Terajoule (TJ) Brennstoffenergie

Dauerbrandöfen
weniger als 15
ca. 71

Kachel-Öfen 
weniger als 15
ca. 111

Kamine
weniger als 15
ca. 158

Kamin-Öfen 
weniger als 15
ca. 113

Heizkessel
4 - 25
ca. 22

Neue Öl-Kessel 
4 - 25
ca. 1,7

Quelle: Struschka, M. et al:Ermittlung und Evaluierung der Feinstaubemissionen aus Kleinfeuerungsanlagen im Bereich der Haushalte und Kleinverbraucher sowie Abteilung von geeigneten Maßnahmen zur Emissionsminderung; UBA-Texte 41/03, Februar 2003 entnommen. Zu finden beim Umweltbundesamt.
Brennstoff
Feuchtigkeit
[%]
Brennwert
[GJ/t] 
Brennwert
[kWh/kg] 
Brennwert
[kcal/kg] 
Dichte
[ kg/m³]

Stroh:
Stroh, gelb 
15
14,4
4,00
3.440
80-125

Stroh, grau
15
15,0
4,17
3.586
100-135

Stroh mit Getreide
15
15,0
4,17
3.586
200-230

Rapsstroh
15
15,0
4,17
3.586
100-130

Elefanten-Grass 
10
15,9
4,40
3.784
130-150

Stroh-Pellets 
8
16,0
4,44
3.818
600

Getreide
15
15,0
4,17
3.586
670-750

Rapskörner
9
24,6
6,83
5.874
700

Holz:
Feuchtigkeit
[%]
Brennwert
[GJ/t] 
Brennwert
[kWh/kg] 
Brennwert
[kcal/kg] 
Dichte
[ kg/m³]

Waldhackschnitzel, alt
40
10,4
2,89
2.485
235

Waldhackschnitzel, frisch
55
7,2
2,00
1.720
310

Säge-Späne, feucht 
40
4,5
2,92
2.511
240

Säge-Späne, getrocknet 
20
15,2
4,22
3.629
175

Weidenschnitzel, frisch
50
8,0
2,21
1.900
280

Weidenschnitzel, alt
30
12,2
3,38
2.906
200

Tannen-Rinde 
50
7,7
2,14
1.840
280

Säge-Mehl 
20
15,2
4,2
3.612
160-175

Scheitholz, Buche
20
14,7
4,08
3.509
400-450

Scheitholz, Buche
45
9,4
2,61
2.245
650

Holzpellets
6
17,5
4,90
4.214
660

Andere:
Feuchtigkeit
[%]
Brennwert
[GJ/t] 
Brennwert
[kWh/kg] 
Brennwert

kcal/kg] 
Dichte
[ kg/m³]

Haushaltsmüll
30-40
9,0
2,50
2.150


Heizöl, schwer

42,7
11,86
10.200
840

Schweröl

40,4
11,22
9.649
980

Gebrauchtöl

42,0
11,67
10.036
900

Kohle
10
25,0-28,0
6,9-7,0
6.020


Erdgas

39,0
10,83
9.314


Braunkohle

18-20
5,1-5,5
4.588

Heizöl, leicht

34,2
9,5 kWh/ltr. 
8.200 kcal/ltr.

Umrechnung: 1 kcal = 4,1868 kJ/1 kJ = 0,2388 kcal/1 kcal = 1,163 Wh

1 Gigajoule = 1G J = 1.000 Megajoule
1 Megajoule = 1M J = 1.000 Kilojoule

1 Kilojoule = 1KJ = 1000 Joule
1 Joule ist definitionsgemäß 1 Nm (Newtonmeter), 1 kJ demnach 1000 Nm.
Ein kg Masse erfährt in unseren Breiten die Erdanziehung von 9,81 (ca. 10) Newton.
Um ein kg Masse anzuheben sind also etwa 10 Newton an Kraft nötig. Um 1 kJ an Energie aufzubringen muss demnach z. B. eine Masse von 100 kg einen Meter hoch gehoben werden oder auch die Masse von 1 kg um 100 m gehoben werden.

(Ich bedanke mich bei den aufmerksamen Lesern, die die vorangegangene Definition richtig gestellt haben)

Ein interessanter Vergleich sei an dieser Stelle erlaubt: Der Tagesbedarf eines durchschnittlichen Menschen bei mittelschwerer Arbeit beträgt etwa 12.000 kJ. Um den Gegenwert an Energie nur eines Liters Heizöl mit Menschenkraft zu erzeugen, müsste dieser rund 3 Tage ununterbrochen arbeiten!